Lass Entspannung nicht zum Stress werden

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Insta-Realität = echte Realität?

Social Media gaukelt uns vor, dass alle immer total tiefenentspannt sind, im Lotussitz vor dem Laptop sitzen und selig lächelnd die Kinder hüten. In dieser idealen Welt (die nicht real ist) halten wir das Kindergeschrei auf dem Spielplatz mit stoischer Ruhe aus, atmen den Stress im Geschäft innert Sekunden weg und sind stets im zeitlosen Zustand des Hier und Jetzt.

 

Wir haben auf Social Media nie Stress. Wir sind nie mehr wütend oder gefrustet. Wir sind nie mehr eifersüchtig oder Selbstzweifel – schliesslich haben wir uns selber erkannt und leben in tiefer Selbstliebe zu uns selber. Wir sind glücklich als Single oder in einer Beziehung und fühlen uns nie einsam oder ängstlich. Wir atmen uns durch alle Existenzängste und schieben mit leichter Eleganz alle „negativen Gedanken“ zu Seite.

 

Wenn die Gedanken sich im Kreis drehen, dass sagen wir uns mit einem Lächeln „Stopp“, umarmen unser Ich und sitzen im Lotussitz in tiefem Urvertrauen.

Nur, die Wahrheit ist nicht so. Social Media ist nur ein Ausschnitt der Realität, nicht die ganze Realität. Alle Yogalehrer/innen haben Zweifel, Ängste, fühlen Unsicherheiten oder gar Wut und Frust. Und sich auf den Weg zu dir zu machen bedeutet nicht, die „negativen“ Gedanken und Gefühle wegzuschieben und zu negieren. Sich mehr Zeit für sich zu schenken bedeutet nicht, nur noch gute Gefühle zu haben und keine störenden Gedanken mehr zu haben.

 

Sich mit der Entspannung, Achtsamkeit oder Meditation auseinanderzusetzen bedeutet nicht, dass du jetzt schon ruhig, still und total ausgeglichen sein musst.

 

Entspannen ohne Stress

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Entspannung - deine Abenteuerreise

Lass alle Erwartungen an dich hinter dir. Lass nicht zu, dass dein Ziel „Entspannung“ aufgrund deiner Erwartungen zum Stress werden. Erwarte nichts Aussergewöhnliches von dir. Schau die Reise zur Entspannung, die Reise zu dir eher wie ein Abenteuer an. Du darfst dich auf diese Reise begeben, musst aber nicht. Es muss auch nicht jeder in Honduras oder Paris gewesen sein. Wenn du das möchtest, dann darfst du – niemand zwingt dich.

 

Und jedes Abenteuer braucht ein bisschen Vorbereitung. Und zwar Vorbereitungen, die praktikabel sind und die du mit deinen Ressourcen stellen kannst:

  1. Zeit: Wieviel Zeit hast du? Wieviel Zeit kannst du realistischerweise für dein Ziel aufwenden?
     
  2. Ziel: Was genau möchtest du? Entspannen? Themen anschauen? Meditieren? Besser schlafen?
     
  3. Der Weg: Was hilft dir, um das Ziel zu erreichen? Wenn du entspannen willst, dann überlege dir, was du heute schon gern tust (oder früher gern getan hast), das du jetzt öfters wieder in deinen Alltag einbauen kannst. Wenn du Themen anschauen willst, dann überlege dir, wer dir dabei helfen könnte. Wenn du meditieren möchtest, dann schau nach mit wem/womit du meditieren kannst. Ist es eine App? Ist es ein Meditationskurs? Oder Online-Meditationen?
     
  4. Equipment: Hast du alles, um den Weg auf dich zu nehmen? Wenn du gerne malst, dann brauchst du vielleicht wieder Mal-Equipment. Wenn du meditieren möchtest, brauchst du vielleicht eine ruhige Ecke. Wenn du Joggen gehen willst, dann brauchst du möglicherweise Jogging-Schuhe.
     
  5. Start: Wenn du alles hast, bring alles zuammen: Wie oft kannst du den Weg auf dich nehmen? Wie oft kannst du malen/singen/meditieren… ein heisses Bad nehmen? Plane es wie einen externen Termin. Und halte dich möglichst daran.

 

Stress kann zur Sucht werden

Auch Stress kann zu einer Sucht werden. Unser Körper ist unglaublich anpassungsfähig und gewöhnt sich an den „Chemie-Cocktail“ vom Stress. Und wie andere Drogen kann dieser Chemie-Cocktail namens „Stress“ deinen Körper dauerhaft kaputt machen. Und wie bei einer anderen Sucht wirst du möglicherweise Entzugserscheinungen haben. Also sei achtsam und achte dich auf folgende Zeichen:

  • Wirst du nervös, wenn du längere Zeit nichts tust?
  • Du fühlst dich „nutzlos“ wenn du nichts tust?
  • Deine Finger, Füsse, Arme beginnen rastlos zu werden wenn du nichts tust?
  • Beginnen sich deine Gedanken im Kreis zu drehen, um die nächsten Projekte zu drehen, Sorgen zu produzieren wenn du eine Weile nichts tust?
  • Fühlst du dich gedrängt „etwas“ zu erledigen?
  • Reagierst du gereizt, wenn dich jemand zur Pause überreden möchte?

Stressresistenter werden

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Wie kannst du besser mit Stress umgehen? Werde jetzt stressresistenter

Nun, du kannst mit Stress besser umgehen lernen. Vor allem wenn du viel Stress hast (einen fordernden Job, Familie, selbständig arbeitest…) dann ist oft das Ziel „besser mit Stress umgehen zu können“, also stressresistenter zu werden. Natürlich kannst du dabei auf Medikamente oder natürliche Hilfsmittel zurückgreifen, welche deine Nerven beruhigen, für besseren Schlaf sorgen oder ähnliches.

 

Nur… Dein Körper signalisiert dir, dass es zuviel Stress ist für ihn. Also wäre es gut, wenn du dir öfters mal Auszeiten vom Stress gönnen würdest. Damit auch dein Körper endlich mal regenerieren kann. Also vom Stress „entgiften“ kann. Ich weiss, es geht nicht immer so, wie man sich das selber wünscht. Aber: Vielleicht schaffst du es öfters als gedacht, kleine Mini-Pausen dir in den Tag einzubauen. Mehr Dinge zu delegieren:

  • Können deine Kinder mal mit dem Hund spazieren gehen?
  • Kann dein Mitarbeiter einige Dinge erledigen?
  • Muss das was du erledigen wolltest, wirklich heute und jetzt erledigt werden? Oder reicht es auch, wenn du es 1 oder gar 2 Tage später erledigst?
  • Musst du wirklich all die Anrufe tätigen – oder kann dein/e Partner/in diese für dich erledigen?
  • Musst du wirklich alle Nachrichten beantworten – oder sind einige nicht einfach nur Zeitfresser?

Gib dir und deinem Körper öfters mal kurze Pausen, in denen ihr durchatmen könnt. Das kann durch Yoga sein. Oder Meditation, singen, tanzen, spazieren gehen, atmen, Musik hören, Vögel beobachten, im Wald joggen… Was auch immer dir gut tut – gönne es dir regelmässig (ausser wenn dies wieder zu einer Sucht werden könnte, wie z.B. Alkohol, Nikotin, Drogen…).