Ach du heiliger Advent: Stress lass nach!

Uff, pünktlich zum zweiten Advent steigt dieses Jahr wieder der Stresspegel. Dieses Mal hat aber Weihnachten keine Schuld daran. Sondern die neuen Weisungen des BAG. Wir schreiben das Jahr 2021. In allen Science-Fiction-Filmen würden wir bereits als Menschheit durch das All fliegen, Autos würden nicht nur auf Strassen sondern auch in der Luft unterwegs sein, wir hätten hochintelligente künstliche Intelligenzen die uns das Leben erleichtern oder würden von ihnen sogar regiert.

 

Die Realität ist leicht anders. ;)

 

Uns wird bewusst, wie sehr wir den menschlichen Kontakt brauchen. Wir schätzen den Austausch mit anderen Menschen. Geniessen ihre Anwesenheit – und werden nun wieder dazu gebracht, uns zurückzuziehen.

 

Grosse Verwirrung und grosser Frust herrscht auf allen Seiten. Unzählige Meinungen gibt es, die zum Teil diametral auseinandergehen. Was die meisten jedoch Sorge bereitet: die Trennung der Menschen. Wie die Lösung aussehen soll: da sind wir uns uneinig. Wir befinden uns in einer Zeit hoher Spannung, ja es ist fast nicht mehr auszuhalten. Viele sind müde. Viele vermissen ihre Liebsten. Einige haben auch ihre Liebsten verloren. Einige haben ihre Jobs oder ihr Geschäft verloren. Viele haben einfach nur Angst. Angst vor Nebenwirkungen, Angst um ihr Geschäft, Angst um ihre Kinder oder Eltern, Angst vor Einschränkung der Freiheit… die Liste ist unendlich lang.

 

Leicht verrennt man sich da in eine Idee. Leicht verliert man sich in einem Gedankenkarussell, egal wie es aussehen mag. Wenn intensive Gefühle noch dabei sind, weil deine persönlichen Werte gefährdet sind: Desto mehr identifizierst du dich mit diesem Gedankenkarussell – und steigst nicht mehr daraus aus. Ich finde aber: Das sollte jeder einmal.

 

Ausstieg aus dem Gedankenkarussell

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Jedes Gedankenkarussell raubt Energie. Sei es das Gedankenkarussell über den nervigen Arbeitskollegen, sei es das Gedankenkarussell über die Ex-Freundin, sei es das Gedankenkarussell über die lästigen Nachbarn – zu viel dieser Gedanken sind wie Gift.

 

Dem Gedanken nachzuhängen mag zwar Befriedigung verschaffen, aber wenn aus dem Gedanken ein Gedankenkarussell wird, dann wird der Zucker zu Gift.

 

Irgendwann vergiftet es nicht nur deine Gedanken, sondern dein gesamtes System. Nicht nur deinen Körper, sondern auch dein Umfeld, deinen Familie, deine Nächsten. Warum?

Die Menge macht das Gift.

Die Gründe sind vielseitig.

  1. Du bist immer gestresst, weil deine Gedanken sich immer um dasselbe Thema drehen. Dein Hirn hat keine Möglichkeit zu erholen.
  2. Weil du immer einen hohen Stresspegel hast, hat dein Körper keine Chance zur Regeneration. Langsam beginnt dein Körper abzubauen. Du schläfst schlecht, hast keinen / zu viel Appetit, bewegst dich weniger, kommst nicht an die frische Luft…
  3. Dein Geist und dein Körper verkrampfen sich immer mehr. Deine Geduld nimmt ab, deine Laune geht in den Keller, du wirst gereizter… selbst deine Familie und deine Freunde bekommen ihr „Fett weg“ – ob nun gewollt oder nicht. Selbst wenn du dich bei ihnen „zurückhalten“ kannst: dich so unentspannt zu sehen, bereitet ihnen Sorgen. Und raubt auch ihnen Energie. Insbesondere, wenn du sie zu „überzeugen“ versuchst.
  4. Je weniger du aussteigen kannst, desto mehr versuchst du deine Mitmenschen zu „überzeugen“ und bist weniger gelassen und offen gegenüber anderer Meinungen. Das führt kaum zu freudvollen, inspirierenden und bereichernden Momenten. Und das nimmt den Menschen die Lust, sich mit dir auszutauschen oder dich zu treffen.

Das tönt alles nicht so schön, nicht wahr? Natürlich kann man in die Trotzreaktion gehen und bei seiner Meinung beharren. Doch damit schliessen wir uns selber aus der Gesellschaft aus. Darf man machen, finde ich aber persönlich schade. Denn wir sind soziale Wesen, die eigentlich miteinander und nicht gegeneinander leben wollen.

 

Was also tun um aus dem Gedankenkarussell auszusteigen?

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Worum drehen sich deine Gedanken?

Es ist einerseits einfach, kleine Handlungen reichen bereits. Doch es braucht den Willen dazu:

  1. Geh in die Natur. Mach einen Spaziergang in der Natur und geniesse die Ruhe, die Stille und die Natur an sich. Lerne dabei, achtsam auf und mit der Umwelt zu sein. Stampfe nicht durch den Wald und verschrecke keine Wildtiere. Geniesse die Stille ohne sie für andere zu zerstören.

  2. Nimm dich aus deinem gewohnten Umfeld raus. Mach mal bewusst eine Pause. Sitze an den See oder auf eine Wiese. Lies dabei ein Buch (damit du nicht deinem Gedankenkarussell verfällst). Setz dich an einen Ort, den du normalerweise nicht besuchst. Das kann ein Kinderspielplatz sein oder der Bahnhof oder…

  3. Stoppe dich selber. Wenn du dein Gedankenkarussell stoppen willst, musst du auch eingreifen, wenn es doch einsetzt. Du kannst nicht einfach dasitzen und jammern, dass es einsetzt und nichts dagegen tun. Sag dir dann laut und bestimmt „Stopp“ und beschäftige dich mit etwas anderem. Zum Beispiel ein Buch lesen, stricken, basteln, Kinderlieder singen, mit deinen Kindern spielen, joggen…

  4. Beweg dich. Sport ist ideal, um Stresshormone abzubauen. Und auch, um den Kopf auszulüften. Vielleicht magst du draussen joggen, gehst klettern, schwimmen, Basketballspielen… Was auch immer dir Spass macht. Wenn dir nichts Spass macht: Beweg dich trotzdem. Geh spazieren und singe dabei. Rumsitzen ist keine Alternative und baut keinen Stress ab.

  5. Nimm dich jeden Tag mindesten 5 Minuten raus aus deinem Gedankenkarussell. Auf welche Art und Weise auch immer. Vielleicht entdeckst du dank der „alternativen Beschäftigung“ sogar ein neues Hobby. Lenke deine Energie konstruktiv auf etwas anderes, statt destruktiv auf das immergleiche Gedankenkarussell.

Die Energie folgt unseren Gedanken. Wohin lenkst du deine Energie – welchen Gedanken nährst du? Macht dieser Gedanke dich glücklicher, inspirierter, zu einer schöneren Version deiner Selbst? Du entscheidest.*

 

Fühl dich umarmt in dieser stressvollen Zeit – und atme durch.

 

*Damit meine ich nicht, dass du eine Depression "wegentscheiden" kannst. Pathologische Situationen klammere ich hier bewusst aus.